Скрипториум Авентурис

17. Kapitel

Nach einem Frühstück aus Tee und frischem Fladenbrot mit salzigem Schinken betraten Rikkinen und Starna das Waldstück. Rikkinen achtete darauf, dass sie keine Pferdespuren kreuzten, sondern nur auf unberührtem Boden liefen und in Sichtweite zu Starnas Spur von heute Morgen blieben.

Er hätte es um keinen Preis der Welt eingestanden, doch bei der Erinnerung an den Schatten kroch Kälte in Rikkinens Herz. Er lenkte seine Schritte zu der Stelle, wo er die Massige Gestalt gesehen zu haben glaubte. Vielleicht war doch einer der Pelzjäger entkommen und hatte sie beobachtet ... Vielleicht schlich hier aber auch noch etwas anderes umher.

Der Platz bei dem umgestürzten Stamm war leer. Ungläubig starrte Rikkinen auf den Boden. Hier sind genauso viele Fußspuren wie auf dem Rücken eines Gletscherwurms, dachte er. Nämlich keine! Wie konnte so ein massiger Körper hier stehen, ohne Eindrücke im Schnee oder Schlamm zu hinterlassen? Rikkinen erschauderte. Und wenn es doch ein Geist war?

»Hast du etwas entdeckt?« Starna trat an seine Seite, und er fuhr zusammen.

»Nein, nichts«, antwortete er wahrheitsgemäß. »Nun, abgesehen von Hunderten von Hufspuren natürlich.« Innerlich seufzte er.

Er brach einige Zweige aus dem Unterholz und markierte die Hufspuren, die er sicher ausschließen konnte.

»Was machst du da?«, wollte Starna wissen. Sie beugte sich über die Fährten und runzelte die Stirn.

»Es sind zu viele verschiedene Tritte, um sie alle auseinander zu halten. Ich muss sie erst einmal kennzeichnen.«

Starna nickte interessiert.

Rikkinen war gerne bereit, Starna jeden Schritt zu erklären. Das war besser, als wenn sie ihm vor den Füßen herumlief und alles zertrampelte. Und viel besser, als wenn sie sich selbst zerfleischte, um Wolfsgestalt anzunehmen. Er war kein zartes Wickelkind, aber bei dem Gedanken an vorhin wurde ihm wirklich übel.

Starna starrte ihn an. Ja, richtig!

Rikkinen hustete verlegen. »Die Spuren der Firnponys sind kleiner, und außerdem haben sie unbeschlagene Hufe. Die Hufe der anderen Pferde tragen Eisen.« Er deutete auf einen deutlichen, halbkreisförmigen Abdruck, in dessen Mitte sich schwach ein lang gezogenes Dreieck abzeichnete. »Hier das Hufeisen, dort der Strahl. Die Jänak denken, dass diese eisernen Ringe, diese Schuhe, ihre Pferde besser schützen.« Er lachte verächtlich. »Wäre es wirklich so, dann wäre das Tier hier auf diesem eisüberzogenen Felsgrund nicht abgerutscht.

Siehst du hier, der Huf des Firnponys daneben greift viel besser auf dem glatten Boden.« Die Spur, auf die er jetzt zeigte, war flacher als der Tritt der anderen Tiere. Die Unterseite des Hufes als Ganzes war aber stärker eingedrückt, der Strahl zeichnete sich deutlich im Schnee ab.

»Zumindest können wir die Elfenponys außer Acht lassen«, sagte Starna hoffnungsvoll.

Rikkinen schnalzte mit der Zunge. »Die Elfen erzählten, dass sie im Wald nur Pferdespuren fanden, keine Fußtritte von Menschen. Man hat aber einen Mann mit Pferd entkommen sehen. Er ist nicht geritten, sondern in den Wald gerannt. Irgendwo muss eine Pferdespur neben einer Menschenspur herlaufen.«

»Denk mal an den Beginn der Suche. Da waren auch kaum Spuren zu sehen, aber du hast trotzdem den einzelnen Fußabdruck unter dem Busch gefunden.« Starna schien wild entschlossen, jedem seiner Zweifel eine hoffnungsvolle Bemerkung entgegenzusetzen.

Rikkinen schüttelte den Kopf. »Selbst wenn ich die Spur eines Menschen finde, hilft uns das vielleicht nicht weiter. Vielleicht war der Welpe auf ein Pferd gebunden, und als die Tiere beim Angriff losrannten, ist er mit ihnen verschwunden. Dann müssten wir einem Gaul hinterherjagen und keinem Menschen.«

»Erinnerst du dich an die Spuren, denen wir bis hierher gefolgt sind?«, fragte Starna. »Am Eingang des Tals sind die Huftritte des Diebes vielleicht noch zu sehen.«

Sie hatte Recht. Rikkinen traf eine schnelle Entscheidung. »Wir suchen am Tal nach den Spuren der neu dazugestoßenen Pferde. Bei einem von ihnen muss der Welpe ja sein.«

Rikkinen trennte einen Streifen von der Zeltplane ab und schnitt ihn in Stücke. Der Rest des Zeltes flatterte verloren im Wind. Bald schon würde hineingewehter Schnee die Hinterlassenschaften der Pelzjäger bedecken. Tiere fänden hier für eine Weile Unterschlupf, bis ein Frühjahrssturm unter die zerschnittene Plane fuhr und das Zelt aus dem Boden löste. Und bald war das ehemalige Lager wirklich ein Ort für Geister.

Mit den Lappen in der Hand schlenderte Rikkinen durch das verlassene Lager. Irgendwie war der Ort bedrückend. Lieber hätte er die Zelte verbrannt und das Üble ausge-räuchert, das hier noch immer hauste. Aber in der Wildnis konnten die Zelte noch jemandem in Not nützlich sein. So wie ihm der zurückgelassene Wagen im Schneesturm das Leben gerettet hatte. Wenn der Dieb wüsste, dass er seinem Jäger geholfen hatte ... Ein wölfisches Grinsen schlich sich auf Rikkinens Lippen. Starna würde nun vermutlich die Himmelswölfe bemühen. Aber ...

Ein Pferd wieherte, dann ein zweites. Rikkinen erstarrte in der Bewegung. Waren die Steppenelfen zurückgekehrt? Oder kamen neue Feinde? Er zückte den Speer und schlich um die Zelte. Das Geräusch war vom äußeren Rand des Lagers gekommen. Mit einem Satz sprang er zwischen den Kuppelzelten hervor.

Doch da fand er nur Starna - umringt von einem Dutzend Pferde. Sie hatte die Hände voller getrockneter Gräser und suchte einen Weg durch die Wand aus Pferdeleibern.

Die Tiere zeigten in ihrer Gier nach Futter wenig Hemmungen. Rikkinen musste ein Lachen unterdrücken, als er beobachtete, wie die Pferde einander beiseite schoben und Starna beim Versuch, an das Futter zu gelangen, anschubsten. Die Schamanin beugte sich schließlich unter einem Pferdehals durch und kam frei. Sie warf das letzte Heu zwischen die Pferde. In ihrem gelöstem Haar hingen noch einige Halme.

»Hier sind die Pferde!« Starna strahlte. »Heute Morgen bin ich schon einem Schimmel im Wald begegnet. Ich wollte ihn mit Futter anlocken, damit du die Spur überprüfen kannst. Aber kaum habe ich das Heu aus dem Zelt drüben ausgepackt, da kamen sie alle herbeigelaufen.«

Das gleichmäßige Mahlen der Pferdekiefer drang zu Rikkinen herüber. »Pferde sind ungern allein, genau wie Ka-rene«, bemerkte er. Vermutlich waren die Tiere bereits im Laufe der Nacht an den vertrauten Platz zurückgekehrt.

»Ja«, kam es leise von Starna. »Auch sie bleiben am liebsten bei ihrer Sippe.«

Rikkinen zog seine Stoffstücke hervor. »Ich nehme gleich einen Hufabdruck von jedem Pferd. Halte die Tiere am besten weiterhin zusammen. Aber pass auf, sonst fressen sie dir noch die Haare vom Kopf.« Er zupfte einen gelben Stängel von ihrer Schulter

Verlegen strich Starna ihr Haar glatt. Die Geste ließ sie jung und verletzlich wirken.

»Tut mir Leid«, sagte Rikkinen. »So war es nicht gemeint.«

Starna legte den Kopf schief. »Ich wusste gar nicht, dass du dich mit den Tieren der Jänak so gut auskennst.« Sie musterte ihn mit blauen Augen, getönt fast wie der Frühjahrshimmel.

»Ich habe vor vier Wintern einige Jänak durch die Hochebene geführt.«

Starna hob die Brauen. »Pelzjäger?«

Er schüttelte den Kopf. »Jäger des Wissens aus Ga-Rett.«

»Gareth«, verbesserte Starna. Eine Wolke zog über den Himmel ihrer Augen.

Rikkinen redete rasch weiter, um die Regenwolken wieder zu vertreiben: »Sie haben viele Fragen gestellt, jede Pflanze aufgemalt und sogar die Tierspuren festgehalten. Wenn du mir etwas Farbe geben kannst, dann zeig ich es dir.«

»Ich habe nichts bei mir. Es ist alles noch auf der Lichtung im Wald.« Starna zog beschämt den Kopf ein, als wollte sie sich am liebsten verstecken.

»Nicht schlimm. Es wird auch so gehen.«

Rikkinen holte eine Schale aus einem Zelt, strich Butter hinein und tat feine Asche aus dem Feuer dazu. Er wärmte die Schale in seinen Händen, bis das Fett weich wurde, Und mischte dann beides. Die verrührte Masse war pechschwarz und glänzte wie Ruß.

Dann nahm er sich der Reihe nach die Pferde vor und warf ihnen Futter hin. Solange sie fraßen, standen sie still. Rikkinen nahm je einen der Vorderhufe, strich mit einem Lappen die schwarze Farbe auf das Hufeisen und drückte dann ein sauberes Lappenstück darauf, bis er einen klaren, Schwarzen Abdruck des Hufs hatte.

»Jeder dieser Pferdeschuhe ist unterschiedlich«, erklärte er. »Damit kann ich die Spuren genau zuordnen.«

Wenn tatsächlich alle Pferde zurückgekehrt waren.

Rikkinen versuchte, seine Zweifel zu verdrängen. Hoffentlich hatte der Dieb sein eigenes Pferd nicht freigelassen. Hoffentlich lebte der Welpe überhaupt noch.

Mit den Abdrücken aller Hufeisen konnte Rikkinen einige weitere Fährten ausschließen. Sorgfältig befestigte er die Stücke der Zeltplane an den Zweigen, mit denen er vorher die unterschiedlichen Spuren am Waldrand markiert hatte.

»Denk auch an die Spuren vorne im Tal«, mahnte Starna, als Rikkinen sich gerade wieder aufrichtete und den Rücken durchbog. Was für eine elende Kriecherei! Und all das nur, weil sie den Dieb gestern nicht rechtzeitig eingeholt hatten. Vielleicht wäre dann auch Dreikralle am Leben geblieben.

»Ja!«, antwortete er gereizt. Wenn sie nur den Goblin seinem Schicksal überlassen hätten, könnte der Wolf noch leben.

Starnas Augen blitzten. »Ich komme mit!«, sagte sie. »Und dann hole ich meine Trommel.«

Rikkinen wusch seine schwarz verschmierten Hände mit Schnee, und die Tätigkeit kühlte ihn buchstäblich ab. So langsam bekam er das Gefühl, seine Begleiterin besser zu verstehen. Er konnte ihre Lage nachvollziehen. Starna war unruhig wie eine Karenkuh vor dem ersten Kalb. Sie brannte darauf, ihre Trommel zurückzuerhalten. Deswegen war sie angespannt. Für eine Schamanin musste es schwierig sein, von ihren heiligen Gegenständen getrennt zu sein. Vor allem, wenn sie die Sachen selbst zurückgelassen hatte.

»Sobald wir diese Pferdespuren haben, holen wir deine Sachen aus dem Wald«, sagte er.

Starna nickte, und der mürrische Ausdruck aus ihrem Gesicht verschwand.

Na also, gratulierte Rikkinen sich.

Es gab noch acht Fährten, die er keinem Huf zuordnen konnte. Also würden sie zuerst einer Spur folgen, die in die Richtung lief, wo Starna ihre Trommel gelassen hatte. So konnte er gleich zwei Mücken mit einer Hand erschla-gen.

»Gehen wir!«

Kurze Zeit später konnte Starna an der Lichtung endlich wieder ihre Trommel in die Arme schließen. Die Freude darüber besiegte die Furcht, die immer noch leise an ihr nagte.

Starna sammelte ihre heiligen Kräuter ein und legte die beiden Rasseln zusammen. Dazu kamen noch die Farben, die Federn und das Räucherharz. Sorgfältig verpackte Starna alles und wickelte dann die Decke mit den aufgemalten Himmelszeichen und den Erdkreisen darum.

Sie steckte die Schamanentrommel in ihren Ledersack und verstaute die beiden Päckchen. Als sie die Trommel tiefer schob, um die Lasche zu schließen, stießen ihre Finger an ein hartes Gefäß.

Starna zuckte zusammen. Sie sträubte sich, das Gefäß überhaupt zu berühren. Es war die kleine Flasche mit dem gefangenen Taarjuk. Sie musste ihn endlich loswerden. Konnte sie es wagen, den Tiegel mit dem bösen Geist hier zu vergraben? Ausgerechnet an diesem unheimlichen Ort? Vielleicht würde das Böse, das hier hauste, Taarjuk erst recht freilassen. Das wollte Starna nicht riskieren.

Nein, sie musste sichergehen und den gefangenen Geist noch länger mit sich herumtragen.

Das Böse hier war stark. Starna fühlte sich wie von einem Schatten umgeben. Erst der böse Geist, der Rejko im Lager der Hekkla in Besitz genommen hatte. Ihre finstere Vision. Und nun dieser Ort. Folgte die üble Gegenwart des Geistes ihnen? Oder folgte sie vielleicht dem Welpen?

Starna schluckte. Sie spähte unter die Büsche am Rand der kleinen Lichtung. Der Schnee war unberührt bis auf Tropflöcher und Vogelspuren. Im Moment war die Lichtung leer, von Rikkinen und ihr abgesehen. Aber in der Erinnerung spürte sie immer noch die Umklammerung des bösen Geistes. Und seine Berührung kam ihr bekannt vor. Sie war diesem Geist schon einmal begegnet, bei Rejkos Rettung.

Der goldene Wolf musste für eine üble Kreatur ein verlockendes Ziel sein. Die Hekkla glaubten, dass Goldglanz von Liska selbst zur Erde geschickt worden war, als Zeichen der Versöhnung. Wollte jemand die Versöhnung von Mensch und Wolf verhindern?

Wenn sie nur mit Yassi darüber reden könnte.

Ihr kamen die Bilder der Vision in den Sinn, als sie den Geisterwolf das letzte Mal gesehen hatte. Die gehäuteten Wölfe, die Ebene voller Blut. War es eine Vision der Zukunft gewesen? Oder zeigte sie ihr den gestrigen Kampf, eine Warnung, die sie zu spät verstanden hatte?

Und zuletzt war Yassi selbst von dem Meer aus Blut fortgetragen worden! Was sollte all das bedeuten?

Starna schulterte die Tasche. Die Trommel war leicht, doch mit einem Mal schien ihr das kleine Gefäß mit Taarjuk an Gewicht gewonnen zu haben. Und sie hatte das Gefühl, dass sie die Vision und ihre verborgene Bedeutung nicht noch zusätzlich tragen konnte. Irgendwann musste sie Rikkinen einweihen.

Rikkinen drehte sich um und versuchte, hinter ein verwo-benes Dickicht zu spähen. Seitdem er den unberührten Platz gesehen hatte, wo ihm am Morgen die Bewegung aufgefallen war, stach sein Nacken bei jedem unerwarteten Vogelruf oder Geräusch. Auch diesmal hörte er ein deutliches Knacken und blieb stehen. Aber vielleicht war das ja auch nur ein durch das Tauwetter in Bewegung geratener Ast. Doch das unbehagliche Gefühl, beobachtet zu werden, verstärkte sich.

Er richtete seine Augen wieder auf die Huftritte und ging weiter, bis die Spur dicht um einen Stamm herumführte. Dort trat er in die Deckung des Baumes und winkte Starna: »Tu weiter so, als würde ich mit dir reden.«

»Was ist?«, flüsterte sie.

»Ich weiß noch nicht, aber ich finde es heraus«, gab Rikkinen zurück und schlug sich ins Unterholz. Während er langsam auf Händen und Knien vorankam, hörte er, wie Starna ein paar Sätze sprach. Ihre Stimme wurde leiser, und irgendwann vernahm er sie gar nicht mehr.

Er suchte die Büsche längs der Pferdetritte ab.

Hier war niemand.

Enttäuscht richtete sich Rikkinen auf. Er war über und über mit Schlamm beschmiert, trockene Blätter klebten an seiner Kleidung, von dem feinen Muster des Hemdes war nichts mehr zu erkennen. Wenn die Elfen wüssten, wie er mit ihrem Geschenk umging... Rikkinen zuckte die Schultern. ›Habichtsnase‹ würde vermutlich auch das als Beleidigung aufnehmen.

Während er zurückging, hörte Rikkinen Starna wieder lauter reden, ohne einzelne Worte zu verstehen. Er merkte auf. Sie war gut darin, Selbstgespräche zu führen. Der Wortwechsel klang sehr glaubwürdig.

Er bog um das Gebüsch, das ursprünglich sein Misstrauen erregt hatte, und prallte zurück, als sei er gegen einen Zeltpfosten gelaufen.

Starna redete und gestikulierte dabei heftig! Und sie hatte einen Gesprächspartner. Halb von der Gestalt der Schamanin verdeckt, sah Rikkinen jemanden im Pelz-Anaurak, allem Anschein nach eine zierliche Person mit brandroten Haaren.

War Starna einer anderen Nivesin über den Weg gelau-fen? Oder einem versprengten Pelzjäger ...

Die Schamanin senkte die Stimme, sodass Rikkinen nicht verstand, was sie sagte. Ihr Tonfall klang nicht ängstlich, eher verschwörerisch und drängend. Nein, sie wurde nicht bedroht. Es hörte sich so an, als spräche sie eindringlich mit einem Verbündeten.

Spielte Starna ein falsches Spiel mit ihm? Wollten die lyamit den Welpen doch für sich allein? Ärger ergriff Rikkinen und spülte in Windeseile die Fragen fort. Er umfasste den Speer und rannte los. Ein Ast zerbrach unter seinem Fuß.

Bei dem Geräusch blickte Starna gehetzt über die Schulter. Sie erkannte ihn, und ihre Pupillen wurden riesengroß.

»Halt!« Starna schob sich schützend vor die Gestalt.

Aber schon war Rikkinen mit gezücktem Speer heran. Als er sah, wen Starna da vor ihm verbarg, brach ein Schrei aus ihm heraus.

In Rikkinens alten Anaurak gehüllt, stand der Goblin da. Surg hatte die Ärmel abgeschnitten und trug das Kleidungsstück wie ein langes Hemd, in der Mitte von einem der Fetzen gegürtet, die er früher an Stelle von Kleidung getragen hatte.

Sein Gesicht war listig verzogen. Eng an Starna gerückt, fürchtete er nicht einmal Rikkinens Speer. »Surg will helfen«, begann er. »Er Kleidung gefunden und er jetzt aussehen wie ihr. Ihr mögen mehr so?«

Rikkinen unterdrückte einen zornigen Ausruf. Gefunden? Der diebische Rotpelz hatte seinen Anaurak gestohlen!

»Surg euch mitbringen, was ihr vergessen, damit Scha-maninmutter ihn nicht wegschicken.« Der Goblin breitete die Arme aus.

Rikkinen knurrte, als er erkannte, was der Goblin ihm da entgegenhielt. Diese Kreatur trieb ihn noch zur Weißglut!

Säuberlich aufgefächert streckte Surg ihm die Stoffstücke mit den Hufabdrücken entgegen, die Rikkinen zur Unterscheidung der Fährten in den Schnee gesteckt hatte.

Rikkinens Kiefer mahlten. Die Arbeit eines ganzen Vormittages umsonst. Fassungslos stierte er auf den Rotpelz.

Starna ahnte wohl, was in ihm vorging. »Er weiß es nicht besser«, verteidigte sie den Goblin. »Ich habe versucht, ihn fortzuschicken, doch er ist hartnäckiger als ein Schneelaurer.«

Irgendwo musste Rikkinen mit seiner aufgestauten Wut hin. Er riss den Arm zurück, und der Speer donnerte in den Stamm einer Birke. Zitternd blieb die Waffe zwischen der gefurchten Baumrinde stecken. Dann stürzte Rikkinen auf den Goblin los und schüttelte die jämmerliche Gestalt mit beiden Händen. Der viel zu weite Anaurak schlackerte mit Surgs Pausbacken um die Wette, und die Stoffstücke segelten zu Boden.

»Halt! Das nutzt doch nichts«, schrie Starna ihm direkt ins Ohr.

Rikkinens Ohr klingelte, und er ließ den Goblin fahren.

Surg bleckte die Zähne. Der Goblin stieß einige Worte in seiner eigenen, kehligen Sprache aus, während er seine verrutschte Kleidung zurechtzupfte. Er schob die wulstigen Lippen vor und bemühte sich um einen gekränkten Ausdruck.

»Mensch war zu viel mit Pferde-Elfen zusammen. Undankbar für Hilfe. Aber Surg vergessen nicht, wer ihn gerettet. Surgs Leben gehören nun Schamaninmutter.«

Rikkinens Hand zuckte vor. Er hätte dem Goblin zu gerne seinen ruinierten Anaurak vom Leib gerissen und den struppigen Kerl selbst ins nächste Dornengebüsch geworfen.

Starna schien seine Absichten zu ahnen, denn erneut stellte sie sich schützend vor den Goblin. »Es ist gut! Bitte, Rikkinen, lass es gut sein.«

Er schnob durch die Nase und nickte dann.

Starna wandte sich mit honigsüßer Stimme an Surg.

»Hast du uns die ganze Zeit beobachtet? Du hast Glück, dass dich die Elfen nicht entdeckt haben.«

Wider Willen wurde Rikkinen neugierig auf die Antwort des Rotpelzes. Er drückte ein paar Mal gegen das Ohr, das immer noch von Starnas Ruf malträtiert war. Während Surg bereits losplapperte, verstummte das Geräusch langsam.

»Surg helfen erst Schamaninmutter im Kampf. Werfen viele Feinde tot. Doch dann kommen Pferde-Elfen und Surg verbergen sich. Surg finden Kleidung und ziehen an, damit riechen wie Mensch. Aber Elfen misstrauisch. Suchen überall nach Surg. Aber suchen nur auf Boden. Surg sich verstecken in Baum!«

»Pah!«, stieß Rikkinen hervor und zupfte an seinem Ohrläppchen. »Die Elfen haben nicht nach einem Goblin gesucht. Sie suchten einen Mann. Und hinter dem sind auch wir her. Aber dank dir diebischem Goblin hat er einen weiteren Tag Vorsprung.«

Surg schmatzte. »Surg hat Mann gesehen. Mann mit Pferd.«

In diesem Augenblick hätte man den Aufprall einer Schneeflocke auf dem Boden hören können.

»Wann?«, fragte Starna.

»Wo?«, wollte Rikkinen gleichzeitig wissen.

Der Goblin bückte sich, um die aufgemalten Hufspuren vom Boden aufzulesen. Er fächerte die Stofflappen in seiner Hand auf. »Das sein schön«, sagte er »Vielleicht will Surg magische Zeichen-Bilder nicht mehr geben.«

»Du darfst sie alle behalten«, versprach Starna, »wenn du uns zeigst, wo du den Mann mit dem Pferd gesehen hast.«

Nicht zu fassen, dachte Rikkinen. Jetzt ergaunert er sich sogar die Sachen, mit denen er sich zuerst bei uns einschmeicheln wollte.

Surg steckte seine Schätze weg, nahm Starna bei der Hand und zog sie durch den Wald, so schnell seine stämmigen Beine ihn trugen. Er lief einige Schleifen um die Fährten herum, dann entschied er sich für eine Spur.

Der Goblin trottete eine Pferdespur entlang und wies dann auf eine Tanne. »Hier hat Surg sich vor Pferde-Elfen versteckt. Er war kalt und müde und ist eingeschlafen.« Er saugte die Backen ein und machte damit ein knallendes Geräusch. »Dann er aufwachen und hören etwas. Viel erschrecken, denn Schamaninmutter lassen Surg im Stich.«

Surg sprang unvermittelt vor und lief neben den Hufspuren entlang. Rikkinen traute seinen Augen kaum, als er beobachtete, wie der Rotpelz seelenruhig über die Fährte stapfte. Wären da Fußspuren gewesen, so hätte der Goblin sie gerade vernichtet. Doch da erschienen nur die Abdrücke von Goblinzehen im Schnee.

Surg hüpfte zurück. »Surg nachsehen. Aber keine Elfen, sondern nur ein Mann wie ihr. Rennen mit Pferd durch den Wald - Pferd schwer bepackt. Surg klettern runter.«

»Bist du sicher?«, bohrte Rikkinen nach. »Ich sehe keine Spur von einem Mann.« Der Rotpelz konnte ihnen vieles erzählen.

Doch Surg schmatzte nur abfällig. »Sicher. Mann kommen ganz nah bei Versteck lang. Surg suchen schnell Gepäck von Pferd für Essen. Aber finden nur goldenes Stachelding.«

»Was sagst du da?« Starna rückte näher an Surg heran, und obwohl die Schamanin nicht besonders groß war, überragte sie den Goblin doch.

»Surg dir zeigen, Schamaninmutter. Aber Ding behalten.«

»Ja«, bekräftigte Starna, »behalte es ruhig.«

Der Rotpelz zückte etwas aus der Tasche des Anauraks. Es glitzerte hell auf, sogar im Dämmerlicht unter den Bäumen. Er umklammerte eine Bürste von der Art, wie sie Sekjera für ihr Haar verwendete. Und zwischen den hölzernen Borsten hing eine Flocke goldenen Flaumhaars.

Starna blickte Rikkinen an. »Das ist von Goldglanz, oder?«

Er nickte nur und vergaß für einen Moment zu atmen.

»Hast du sonst etwas gesehen? War da ein kleiner Wolf auf dem Pferd bei dem Mann?« Starna bedrängte den Goblin.

Surg schielte zu ihr hoch und verstaute dann rasch seine Beute. So sehr schien er der guten Schamaninmutter also doch nicht zu trauen, überlegte Rikkinen.

»Dunkler Kasten auf Pferd, wo Surg das Ding gefunden. Aber dann kam böses Knurren aus Kasten. Vielleicht Wolf. Surg nicht wissen, er ziehen Hand schnell weg.«

Das glaube ich dir aufs Wort!, dachte Rikkinen schadenfroh. Schade, dass Goldglanz nicht zugebissen hatte.

Dann wurde ihm klar, was Surgs Worte bedeuteten. Der Welpe lebte also wirklich noch. Erneut hatten sie die Fährte verloren und wieder aufgenommen. Die Jagd ging weiter.

Während der folgenden Tage zogen sie stetig nach Nordosten und folgten der Fährte. Über der Tundra wehte nun ein warmer Wind, und der Winter war endgültig besiegt. Einige schmutzige Flecken Weiß inmitten des grünen Tundragrases, wie die schmelzenden Fußstapfen des davoneilenden Winters, waren alles, was noch an die kalte Jahreszeit gemahnte.

Rikkinen war nun froh über das leichte, elfische Hemd, in dem er kaum schwitzte. Zu seinem Erstaunen war der Schmutz aus dem Wald nach dem Trocknen abgebröckelt, ohne Spuren zu hinterlassen. Die Steppenelfen verstanden wirklich etwas von Lederbearbeitung, das musste er zugeben.

Der Fährte zu folgen war einfacher als erwartet. Nachdem sie den unheimlichen Wald hinter sich gelassen hatten, tauchten irgendwann im Laufe des Abends neben den Pferdespuren auch Menschentritte auf. Rikkinen maß mit der Hand die Schrittweite des Mannes aus. Er fertigte auch ein neues Bild des Huf abdrucks an. Der Dieb sollte ihnen nicht noch einmal entkommen.

Mit ihnen wanderte der Goblin, was Rikkinens Stimmung nicht verbesserte. Am Tage hatte er den diebischen Rotpelz um sich herum, in der Nacht quälten ihn Träume, in denen sich das vorwurfsvolle Gesicht seines Vaters mit dem von Dreikralle abwechselte.

Und einmal wachte er schweißgebadet auf und hätte schwören können, dass ihn Wölfe durch seinen Traum gehetzt hatten. Er hörte jetzt noch, wie ihre Zähne dicht hinter seinen Fersen zuschnappten.

Was hätte er für eine ungestörte Nacht gegeben!

Er hatte sogar Starna schon einmal gefragt, ob sie ein Mittel dabei hatte, was ihn besser schlafen ließe. Aber sie schüttelte nur den Kopf und erklärte: »Ich trage nur die starken Gabetaj bei mir, die gefährlich sind. Sie können dich betäuben, bringen aber keinen erholsamen Schlaf. Unsere Heilerin zu Hause hat einen sehr guten Trank, aber...« Das Zuhause war weit entfernt, und stärker denn je wurde sich Rikkinen dieser Tatsache bewusst.

Allmählich kannte er sich nicht mehr aus. Er war vor Jahren mit den Forschern aus dem Süden erst kreuz und quer durch die Taiga und dann die Tundra hinauf bis hin zum großen Alavi gereist. Aber damals waren sie auf einer anderen Route unterwegs gewesen. So konnte Rikkinen nur schätzen, dass die Spur des Diebes weiter nach Norden führte, irgendwo an die Ufer des Frisund.

Warum floh der Dieb nicht in stärker besiedeltes Gebiet, wo er seine Beute leichter zu Geld machen konnte. Was Zog ihn in die Einöde? In den Stunden der endlosen Wanderung quälte Rikkinen diese Frage. Diese Suche brachte ihm nur eine Enttäuschung nach der anderen.

Er langweilte sich, denn nicht einmal die Spurensuche war eine Herausforderung. Der Dieb machte keine Versuche mehr, seine Fährte zu verbergen. Er war seiner Beute sicher, was immer er auch damit anfangen wollte. Vielleicht hatten die Pelzjäger noch eine Ansiedlung weiter nördlich. Die Buchten im hohen Norden boten im Sommer reiche Beute an Meerkälbern und anderem Meeresgetier.

Oder war der verwünschte Dieb ebenso fern der Heimat wie sie?

Rikkinen rieb sich die Augen. Der Wind wehte hier über dem flachen Land heftiger als zu Hause und trieb ihm Sand ins Gesicht.

Aber noch jemand aus ihrer kleinen Reisegruppe war seitab seiner Heimat. Wo kam Surg überhaupt her, so mitten in der verschneiten Tundra? Ursprünglich stammten die Goblins aus den Gebirgen weiter südlich, der schwarzen, roten und gelben Sichel. Aber auch auf der Grünen Ebene waren die scheuen Rotpelze ansässig. Falls man sie überhaupt sah, dann meist von hinten, wenn sie ihr Diebesgut in Sicherheit schleppten.

Doch einem einzelnen Goblin war Rikkinen noch nie begegnet, zumal so weit im Norden.

»He, Surg. Wo sind eigentlich deine Leute?«, rief er zu dem Rotpelz hinüber. Ihm war nach einem Wortgefecht zu Mute. Das wäre eine Ablenkung von dem dumpfen Schmerz, den Rikkinen seit Tagen hinter der Stirn fühlte, und den brennenden, müden Augen. Mit Starna wollte er nicht streiten, aber vielleicht war der Rotpelz dumm genug, um sich darauf einzulassen.

Wie gewöhnlich trottete der Goblin ein Stück hinter Starna her, damit er auch auf jedes Wort lauschen konnte, das die Schamanin von sich gab. Starna hatte sich bereits über seine Anhänglichkeit beschwert, doch die Worte prallten an Rikkinen ab wie Wasser von einer gut gefetteten Regenhaut. Immerhin hatte sie den Goblin gerettet und musste nun auch seine Dankesbezeugungen ertragen.

Aber nun schwieg Surg.

Wenn Rikkinen aus dem Rotpelz etwas herausbekommen wollte, so musste er das anders anpacken. »Erzähl der Schamaninmutter Starna doch mal, wie du mit den Schneelaurern aneinander geraten bist«, schlug er vor.

Starna blickte sich um und nickte Surg zu. Das schien den kleinen Kerl tatsächlich zum Reden zu ermuntern.

Der Goblin streckte die Arme aus den Seitenschlitzen des viel zu großen Anauraks, den er ›gefunden‹ hatte. Er kniff die Augen bei der Erinnerung zusammen. »Surg glücklich mit seiner Familie. Wir viele Hütten und Schweine hatten und Händler kommen zu uns und bringen Dinge.«

Rikkinen verzog die Mundwinkel abschätzig. Die Händler waren bestimmt nicht zu den Rotpelzen gekommen und die Dinge hatten sie ihnen gewiss auch nicht freiwillig überlassen. Fast wie die lya... Bewusst unterdrückte Rikkinen seinen Gedankengang, aber sein Blick flog unwillkürlich zu Starna. Das Gesicht der Schamanin hatte einen rötlicheren Ton als sonst angenommen. Die Wärme zauberte Farbe auf ihre Wangen.

Rikkinen schaute Starna an, als sähe er sie zum ersten Mal. Er hatte sie in den letzten Wochen besser kennen gelernt als die meisten seiner eigenen Sippe. Sie war bestimmt keine Diebin.

Rikkinen fühlte, wie ihm das Blut in die Wangen stieg. Manchmal, wenn er ihr nachts gegenüber am Feuer lag, kam ungerufen die Erinnerung an Starnas nackten Leib, als sie sich vor seinen Augen von einer Wölfin in eine Frau verwandelt hatte. Es war lange her, dass Rikkinen mit einer Frau gelegen hatte.

Verdammt! Rikkinen presste den Daumen gegen die Stirn, in der Hoffnung, das dumpfe Pochen dort fortzudrücken.

Er vermisste Sekjera. Ihre Liebe, ihre Zärtlichkeit. Sie hatte ihn nachts nach den Träumen immer beruhigen können. Er schuldete ihr mehr als nur eine Entschuldigung für sein abweisendes Verhalten während des letzten halben Jahres.

Er hatte sie in seinem Schmerz um Kerjuk allein gelassen, das wurde ihm nun klar. Hatte sich tief vergraben und jeden Trost abgelehnt. Seine Seele war so wund gewesen, dass jede Erinnerung wie die Berührung einer frischen Verletzung schmerzte. Und er hatte sein Herz in einen Mantel aus Eis gehüllt, wie damals, als ihn die Zurückweisung der Kinder traf, die ihn nicht in ihr Spiel einbeziehen wollten.

Er schuldete Sekjera Treue.

Doch sein Begehren konnte er nicht leugnen. Starna hatte sich von einer unnahbaren, unerwünschten Schamanin in eine Gefährtin verwandelt. Eine Frau aus Fleisch und Blut, mit Schwächen und Vorzügen. Fast war es zum Lachen. Ausgerechnet ein Wolfskind und er.

Rikkinen schluckte hart. Die Wölfe, immer wieder kreiste sein Leben um die ungeliebten Wölfe. Und je älter er wurde und je weiter er reiste, desto stärker hatte er den Eindruck, dass die Fäden, die ihn mit diesen Wesen verbanden, dichter wurden und sich zu einem Netz knüpften. Einem Netz, in dem er sich gefangen fühlte wie eine Forelle.

Rikkinen machte eine unwillige Geste, als würde er das Gewebe abstreifen. Gerade jetzt, wo er sich ablenken wollte, waren seine Gedanken in Bereiche gewandert, die ihm noch viel weniger behagten als seine Albträume.

Rikkinen ächzte leise und zwang sich, dem Geplapper des Goblins zu lauschen, der von seiner Lehmhütte erzählte und von seinem Lieblingsschwein, auf dem er immer geritten war.

»... und dann, Schwein wurde krank und starb und andere Schweine auch. Da kamen fremde Männer. Sprachen von Gold. Und gaben Schamanin von Mailam-Rekdai Gold, damit Männer von uns mitkommen und helfen graben. Auch Surg gehen mit. Lieblingsschwein tot. Kinder hungerten.

Gehen mit Fremden. Aber nach und nach andere bekommen Heimweh nach Dorf und Frauen und Kindern. Alle gehen, heimlich, nachts. Aber Surg bleiben. Doch als Goldsucher sehen, dass alle fort, da schimpfen mit Surg. Surg müssen viel arbeiten für alle Männer.

Deswegen auch laufen weg. Laufen weit weg und wissen nicht den Weg. Und dann werden kalt wieder und weiße Ungeheuer greifen ihn an. Aber Schamaninmutter und ihr Wolf retten Surg. Darum gehen Surg mit euch. Vielleicht finden Weg nach Hause.«

Also, wenn du in die Grüne Ebene willst, dann gehst du hier völlig falsch, dachte Rikkinen. Aber zu gerne ließ er sich von dem Geplapper des Goblins zerstreuen.

»... liebes Schwein, bestes Schwein. Weicher Rüssel und Ringelschwanz ...«