Am Morgen des zweiten Tages
Die Jolenta legt ab
Mit den ersten Sonnenstrahlen läuft die Jolenta aus dem Neuen Hafen aus. Helden, die diesem Ereignis beiwohnen, können bemerken, dass alle Besatzungsmitglieder tatkräftig mit anpacken und weder betrunken noch in Katerstimmung sind. Etwa eine Stunde später treffen sich die Handwerker am Kai, um Aufgaben von den Irgjeloffs zu empfangen. Hier kommt es zu der folgenden Szene mit Pettajem:
Zum Vorlesen oder Nacherzählen:
Ein barfüßiger Einheimischer stolpert eiligen Schrittes und schluchzend an euch vorbei Richtung Hafen. Es ist der Nivese Pettajem, der stark nach Alkohol riecht – so wie fast jeder hier. Am Kai angekommen, findet ihr ihn wild gestikulierend und unverständlich schreiend. Dann wirft er etwas ins Wasser und kämpft damit, nicht selbst hinterher zu stürzen. Mit einem schmutzigen Ärmel wischt er sich Tränen aus den Augen und starrt in das Wasser.
Pettajem steht noch eine Weile tränenüberströmt am Wasser und betrachtet geistesabwesend den Trinkschlauch, den er kurz zuvor in die Wellen geworfen hat. Hin und wieder brabbelt er kaum verständliche Worte. Nujuka sprechende Helden (mindestens Stufe II) und Dorfbewohner können aus den undeutlichen Worten heraushören, dass Pettajem ein Glücksbringer abhandengekommen ist und er die Seeleute der Jolenta des Diebstahles bezichtigt. Mit einer erfolgreichen Probe auf Heilkunde Seele kann der Mann beruhigt werden. Er kann das verschwundene Objekt als Wolfsfigur aus hellem Bernstein beschreiben (Details siehe Abschnitt Pettajems Glücksbringer weiter unten). Außerdem berichtet er vom nächtlichen Trinkgelage mit den Seeleuten, bei dem er die Figur herumzeigte.
Saßen die Helden des Nachts mit Pettajem und den Seeleuten in der Baracke beisammen, können sie sich gut an die auffällige Figur erinnern. Erfolgreich beruhigt oder nicht, Pettajem wird zu seiner Baracke zurückkehren und noch einmal nach seinem Glücksbringer suchen. Allzu viel Zeit hat er dafür allerdings nicht, denn einer der Walfänger wird ihn wutentbrannt aufsuchen und verlangen, dass er endlich beim Zusammentragen der Abfälle am Fischerstrand hilft.
Pettajems Glücksbringer
Pettajems Glücksbringer ist ein Überbleibsel aus längst vergessener Zeit und hat seinem ursprünglichen Besitzer viele Sorgen genommen und schon bei so manchem Ereignis helfend zur Seite gestanden. In seiner größten Not wurde Pettajem dieser Glücksbringer einst zum Geschenk gemacht.
Eine Magische Analyse kann nach Regelwerk Seite 269 erfolgen.
Probe auf Magiekunde (Artefakte)
- QS 1 – magisch mit mehr als 10 FP
- QS 2 – ca. 12-15 FP
- QS 3 – Artefakt wirkt dauerhaft, selbstaufladend
- QS 4 – Es wirkt hochelfische Magie.
- QS 5 – Der Zauber beeinflusst das Schicksal des Trägers günstig (ähnlich dem Vorteil Glück III).
- QS 6 – Das Artefakt muss von Herzen geschenkt werden, um bei einem neuen Träger zu wirken.
Die Prozession
Am frühen Nachmittag, mit Einsetzen der Flut, beginnt am Fischerstrand die Prozession zum neuen Efferdschrein (T01) mit einer Zeremonie. Die Fischer und Walfänger haben ihre Arbeit frühzeitig beendet und wohnen dem Ereignis bei. Auch die Helden können ihre Tätigkeit heute früher ruhen lassen und teilnehmen.
Zum Vorlesen oder Nacherzählen:
Die Zeremonie am Strand hat bereits begonnen. Schon aus der Ferne hört ihr Bruder Effred, der den Herren der Fluten preist: „Der Sturm beherrschte unsre Herzen. Wogen aus Wut peitschten das Blut durch unsre Adern. Doch Du, Zürnender, standest uns bei, hast uns geführt zum rechten Zorn! Wir preisen Dich. Deine Fluten haben das Dunkel hinfort gespült, hinfort gewaschen all die Asche und den Schmerz. O Wogenumtosender, wir preisen Dich. Hast uns bereitet reines Wasser und reinen Sand. Hast frohen Mut in unsre Herzen gespült. Launenhafter, wir preisen Dich. Voll Zuversicht blicken wir auf Wogen und Wellen. Mit Deinen Gaben wird es uns an nichts fehlen. Sanfter, wir preisen Dich.“
Bruder Effred steht knöcheltief im Wasser und preist den Herren der Fluten. Wenige Schritte entfernt, zumeist auf dem Trockenen, stehen die Bewohner Frisovs, Alteingesessene wie Neuankömmlinge. Einige von ihnen lauschen bedächtig, andere stimmen emotional mit ein. Am Strand hat Bruder Effred ein Sammelsurium aus Muscheln, alten Planken, Netzen und anderen Geschenken des Meeres zusammengetragen und wäscht die Stücke in der Gischt der steigenden Fluten. Dann wendet er sich den Anwesenden zu, übergibt ihnen die nassen Stücke und fordert sie auf, die Gaben mit ihm zum neuen Schrein zu tragen.
Im Schrein angekommen, öffnet Bruder Effred theatralisch die neuen Flügeltüren. Er bittet sein Gefolge zu sich, nimmt ihnen die Geschenke des Meeresgottes ab und bettet sie wie kleine liebgewonnene Schätze auf dem Gabentisch. Nach einem abschließenden Gebet entlässt Bruder Effred die Gemeinde. Viele von ihnen werden anschließend in der Schänke Zum Windfang (G01) auf das Ereignis anstoßen. Die Helden können sich gern dazugesellen.